{"id":991,"date":"2015-04-24T11:47:28","date_gmt":"2015-04-24T09:47:28","guid":{"rendered":"http:\/\/rechtsanwaltskanzlei-plauen.de\/?p=991"},"modified":"2015-04-24T11:49:34","modified_gmt":"2015-04-24T09:49:34","slug":"wird-der-auslandsfuehrerschein-zum-auslaufmodell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rechtsanwaltskanzlei-plauen.de\/?p=991","title":{"rendered":"Wird der Auslandsf\u00fchrerschein zum Auslaufmodell?"},"content":{"rendered":"<p>(<em>Beitragsbildquelle: Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union)<\/em><\/p>\n<p>Eine brandaktuelle Entscheidung des Gerichtshofes der Europ&auml;ischen Union (EuGH) kann und wird mit Sicherheit Auswirkungen auf die F&uuml;hrerscheinlandschaft (nicht nur) in Deutschland haben. Am 23.04.2015 ver&ouml;ffentlichte der EuGH eine <a href=\"http:\/\/curia.europa.eu\/jcms\/upload\/docs\/application\/pdf\/2015-04\/cp150040de.pdf\" target=\"_blank\">Pressemitteilung<\/a> zur Rechtssache C-260\/13 &bdquo;Sevda Aykul \/ Land Baden-W&uuml;rttemberg&ldquo;, in dem auf Vorlage eines Verwaltungsgerichtes die Frage zu kl&auml;ren war, ob eine &ouml;sterreichische Staatsangeh&ouml;rige mit ihrer &ouml;sterreichischen Fahrerlaubnis in Deutschland berechtigt ist, ein Kraftfahrzeug zu f&uuml;hren. Hintergrund des Verfahrens war, dass die Frau in Deutschland erwischt wurde, unter Einfluss von Cannabis gefahren zu sein und dass sie dieses Rauschmittel zumindest gelegentlich konsumierte. Die deutschen Beh&ouml;rden hielten sie deswegen f&uuml;r ungeeignet zum F&uuml;hren von Kraftfahrzeugen und sprachen ihr das Recht ab, mit ihrem &ouml;sterreichischen F&uuml;hrerschein in Deutschland zu fahren. Zugleich wurde sie dar&uuml;ber informiert, dass sie dieses Recht wiedererlangen k&ouml;nne, wenn sie ein medizinisch-psychologisches Gutachten (MPU) vorlege, das in der Regel von einj&auml;hrigem Abstinenznachweis abh&auml;ngig ist. Die Frau war der Auffassung, dass diese Entscheidung gegen die Richtlinie des Europ&auml;ischen Parlaments &uuml;ber den F&uuml;hrerschein (RL 2006\/126\/EG) und die sich daraus ergebende Pflicht zur gegenseitigen Anerkennung der F&uuml;hrerscheine versto&szlig;e. In dem neuen Urteil beantwortete der EuGH diese Frage damit, dass die Richtlinie einen Mitgliedsstaat, in dessen Hoheitsgebiet sich der Inhaber eines ausl&auml;ndischen F&uuml;hrerscheins vor&uuml;bergehend aufh&auml;lt, nicht daran hindere, die Anerkennung der G&uuml;ltigkeit dieses F&uuml;hrerscheins wegen einer Zuwiderhandlung auf seinem Hoheitsgebiet abzulehnen. Zwar k&ouml;nne der ausl&auml;ndische F&uuml;hrerschein nicht entzogen werden oder andere Ma&szlig;nahmen ergriffen werden, die in allen Mitgliedsstaaten Wirkung entfalten. Es sei ihm jedoch erlaubt, geeignete Ma&szlig;nahmen nach seinen eigenen Rechtsvorschriften zu ergreifen, deren Auswirkung sich lediglich auf sein Hoheitsgebiet erstrecken. Dies stelle zwar eine Beschr&auml;nkung des Grundsatzes der gegenseitigen Anerkennung der F&uuml;hrerscheine dar; allerdings sei sie geeignet, die Gefahr von Verkehrsunf&auml;llen zu verringern, was im Interesse der B&uuml;rger sei. Diese deutsche Beschr&auml;nkung sei auch nicht unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig und deshalb europarechtswidrig, da sie nicht unbegrenzt wirke. Die Frau habe die M&ouml;glichkeit, das geforderte MPU-Gutachten vorzulegen oder zu warten, bis die Beschr&auml;nkung &ndash; hier nach 5 Jahren &ndash; aus dem deutschen Fahreignungsregister gel&ouml;scht worden ist.<\/p>\n<p>Wir d&uuml;rfen sicher sein, dass dieses Verfahren in Alkohol- und Drogensachen Schule macht!<\/p>\n<p>Rechtsanwalt Herbert Posner<br \/>\n\t&#8211; Fachanwalt f&uuml;r Strafrecht &#8211;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Beitragsbildquelle: Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union) Eine brandaktuelle Entscheidung des Gerichtshofes der Europ&auml;ischen Union (EuGH) kann und wird mit Sicherheit Auswirkungen auf die F&uuml;hrerscheinlandschaft (nicht nur) in Deutschland haben. 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