{"id":550,"date":"2011-03-01T21:02:38","date_gmt":"2011-03-01T19:02:38","guid":{"rendered":"http:\/\/rechtsanwaltskanzlei-plauen.de\/?p=550"},"modified":"2011-03-02T11:56:10","modified_gmt":"2011-03-02T09:56:10","slug":"urkundenfalschung-oder-versuchte-bestechung-wie-schnell-der-ruf-schaden-leiden-kann-wenn-der-staatsanwalt-seine-moglichkeiten-nicht-kennt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rechtsanwaltskanzlei-plauen.de\/?p=550","title":{"rendered":"Urkundenf\u00e4lschung oder versuchte Bestechung? &#8211; Wie schnell der Ruf Schaden leiden kann, wenn der Staatsanwalt seine M\u00f6glichkeiten nicht kennt &#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Plauen\/Chemnitz, 01.03.2011:<\/p>\n<p>Lassen Sie mich mit einer erfundenen Geschichte anfangen:<\/p>\n<p><em>Stellen Sie sich vor, man schl&auml;gt sie auf der Stra&szlig;e nieder. Sie haben Verletzungen, u.a. einen heftigen Kratzer abbekommen. Hilfesuchend wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Anzeige. Eine T&auml;terbeschreibung ist Ihnen nicht m&ouml;glich. Die Polizei schickt einen Streifenwagen los, doch die Beamten k&ouml;nnen leider niemanden auf der Stra&szlig;e herumlaufen sehen. Also drehen sie um und teilen Ihnen nun mit, die Ermittlungsm&ouml;glichkeiten seien ausgesch&ouml;pft, man leite nun ein Verfahren gegen Sie selbst ein wegen des Verdachtes des Vort&auml;uschens einer Straftat. Schlie&szlig;lich h&auml;tten Sie sich die Verletzungen ja auch selbst zuf&uuml;gen k&ouml;nnen.<br \/>\n\t&quot;Los, zeigen Sie mir jetzt den Finger, mit dem Sie sich selbst den Kratzer beigef&uuml;gt haben!&quot;, fordert der Beamte in bestimmendem Ton auf &#8230;<\/em><\/p>\n<p>In dieser Art, nur deutlich drastischer, muss es den Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern einer Plauener Reha-Einrichtung gegangen sein, als am Morgen des 09.02.2011 pl&ouml;tzlich und zeitgleich Ermittler in der Einrichtung und vor den Wohnungst&uuml;ren der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer standen und einen Durchsuchungsbeschluss wegen des Verdachts der Bestechlichkeit und Bestechung im gesch&auml;ftlichen Verkehr vorlegten.<\/p>\n<p>Aus Sicht der Firma war vorausgegangen, dass sie durch einen Anruf der Freien Presse erfuhren, dass ein angeblich aus ihrem Hause stammendes Schreiben existiere, mit dem, so der Inhalt des Schreibens, vermeintlich niedergelassene &Auml;rzte mit einer sogenannten &quot;Verordnungspauschale&quot; gek&ouml;dert werden sollten, Reha-Patienten zu vermitteln.<\/p>\n<p>Umgehend und ohne das der Presse vorliegende Schreiben selbst in H&auml;nden zu haben, wurde Anzeige bei der Polizei wegen Urkundenf&auml;lschung etc. erstattet und darauf hingewiesen, dass das betreffende Schreiben zumindest f&uuml;r die Beamten bei der Zeitung zu bekommen sei. Soweit, so gut; eine Kopie des Schreibens wurde sp&auml;ter durch die Polizei auch &uuml;berreicht und man ging von anlaufenden Ermittlungen aus, den Urheber zu ermitteln.<\/p>\n<p>Was das Unternehmen nicht wu&szlig;te und auch nicht mitgeteilt wurde: Die Staatsanwaltschaft hatte aufgrund einer Anzeige der AOK Plus, der das Schreiben ebenfalls zugeleitet wurde, ein Ermittlungsverfahren gegen die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer selbst eingeleitet. Was oder ob &uuml;berhaupt sie insoweit ermittelte, bis sie schlie&szlig;lich einen Durchsuchungsbeschluss beantragte, bleibt derzeit noch im Dunkeln.<\/p>\n<p>Sicher ist, dass die Fantasie des zust&auml;ndigen Staatsanwaltes scheinbar nach den M&ouml;glichkeiten des Zeugenbeweises schnell endete und der Durchsuchungsbeschluss als zu diesem Zeitpunkt einzig m&ouml;gliches Mittel bezeichnet wurde.<\/p>\n<p>Sicher ist aufgrund eigener Aussage aber auch, dass der Staatsanwalt als Vertreter einer Schwerpunktstaatsanwaltschaft, von der man eine gewisse Spezialisierung erwarten sollte, nicht wusste, dass man durchaus auch Kopien einem Gutachten zur Handschriftenvergleichung unterziehen kann.<\/p>\n<p>Er war, obwohl die Staatsanwaltschaften auf umfangreiche forensische Abteilungen zugreifen k&ouml;nnen, der irrigen Auffassung, dass solche Gutachten nur bei Originalvorlagen m&ouml;glich seien. Dies war leider nur halb richtig:<\/p>\n<p>Richtig ist,&nbsp; dass mit Fotokopien zwar nicht der Nachweis der Echtheit m&ouml;glich ist, <strong>aber sehr wohl der Nachweis der F&auml;lschung<\/strong>.<\/p>\n<p>(vgl.: <a href=\"http:\/\/schriftvergleichung.de\/download\/fotokopien.pdf\" target=\"_blank\"><em>http:\/\/schriftvergleichung.de\/download\/fotokopien.pdf<\/em><\/a>)<\/p>\n<p>Nachdem die Rufsch&auml;digung durch die Durchsuchungsma&szlig;nahme und die Ver&ouml;ffentlichung dazu erfolgte, hat die Reha-Einrichtung nun selbst ein solches Gutachten eingeholt, das im Ergebnis das Schreiben der F&auml;lschung entlarvt!<\/p>\n<p>Mit wenigen hundert Euro ein geringer Aufwand im Verh&auml;ltnis zu drei bis f&uuml;nf Beamten an jedem Durchsuchungsort zuz&uuml;glich Pr&auml;senz des Chemnitzer Staatsanwaltes in Plauen, von der Rufsch&auml;digung ganz zu schweigen. Zudem h&auml;tte der Ermittlungsrichter nach Vorlage eines solchen Gutachtens keinesfalls den f&uuml;r eine Durchsuchung erforderlichen Tatverdacht best&auml;tigt.<br \/>\n\tHeute nun trat das Unternehmen mit einer Pressekonferenz und Ver&ouml;ffentlichung des entlastenden Gutachtens an die &Ouml;ffentlichkeit.<\/p>\n<p>Ob die Staatsanwaltschaft nun endlich intensiver in die andere Richtung ermittelt, bleibt abzuwarten.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p>Medienberichte zum Thema:<\/p>\n<p><u><strong>Filmberichte:<\/strong><\/u><\/p>\n<p>www.Sachsen-Fernsehen.de: <a href=\"http:\/\/www.sachsen-fernsehen.de\/default.aspx?ID=1095&amp;showNews=936026\" target=\"_blank\">http:\/\/www.sachsen-fernsehen.de\/default.aspx?ID=1095&amp;showNews=936026<\/a><\/p>\n<p>www.MDR.de: <a href=\"http:\/\/www.mdr.de\/sachsenspiegel\/8290039.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.mdr.de\/sachsenspiegel\/8290039.html<\/a><br \/>\n\t(Anm.: Videos von &ouml;ffentlich rechtlichen Sendeanstalten d&uuml;rfen nur begrenzte Zeit online zum Abruf dargeboten werden)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><u>Presse:<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Freie Presse:<\/p>\n<p>Erstbericht vom 24.02.2011: <a href=\"http:\/\/www.freiepresse.de\/NACHRICHTEN\/THEMA_DES_TAGES_REGIONAL\/7598208.php\" target=\"_blank\">http:\/\/www.freiepresse.de\/NACHRICHTEN\/THEMA_DES_TAGES_REGIONAL\/7598208.php<\/a><\/p>\n<p>01.03.2011: <a href=\"http:\/\/www.freiepresse.de\/NACHRICHTEN\/THEMA_DES_TAGES_REGIONAL\/7602087.php\" target=\"_blank\">http:\/\/www.freiepresse.de\/NACHRICHTEN\/THEMA_DES_TAGES_REGIONAL\/7602087.php<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vogtlandanzeiger: <a href=\"http:\/\/www.vogtland-anzeiger.de\/Vogtland_Anzeiger\/index.php?menuid=29&amp;reporeid=4061\" target=\"_blank\">http:\/\/www.vogtland-anzeiger.de\/Vogtland_Anzeiger\/index.php?menuid=29&amp;reporeid=4061<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Plauen\/Chemnitz, 01.03.2011: Lassen Sie mich mit einer erfundenen Geschichte anfangen: Stellen Sie sich vor, man schl&auml;gt sie auf der Stra&szlig;e nieder. 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