{"id":428,"date":"2010-09-24T12:17:00","date_gmt":"2010-09-24T10:17:00","guid":{"rendered":"http:\/\/rechtsanwaltskanzlei-plauen.de\/?page_id=428"},"modified":"2013-08-13T17:08:18","modified_gmt":"2013-08-13T15:08:18","slug":"spielervermittlerprovision","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/rechtsanwaltskanzlei-plauen.de\/?page_id=428","title":{"rendered":"Spielervermittlerprovision"},"content":{"rendered":"<p><font size=\"4\"><b>Provisionsforderung eines Spielervermittlers<\/b><\/font><img decoding=\"async\" alt=\"\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/rechtsanwaltskanzlei-plauen.de\/img\/posner-ae1b.jpg\" style=\"width: 120px; height: 180px; float: right;\" title=\"RA Posner\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mail an den Sachbearbeiter: <a href=\"mailto:RA.Posner@Strafverteidiger-Plauen.de?subject=HP-Entscheidung%20zur%20Spielervermittlerprovision\" style=\"text-decoration: none;\"><i>RA H. Posner<\/i><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><center><\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Sachsenwappen\" border=\"0\" height=\"79\" src=\"..\/img\/sawapp.gif\" width=\"72\" \/><\/td>\n<td><font size=\"+2\"><b><left>Landgericht Zwickau<\/left><\/b><\/font><br \/>\n\t\t\t\t\t<font size=\"+1\"><b><left>Au&szlig;enkammern Plauen<\/left><\/b><\/font><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<ul><\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><\/center><\/p>\n<p><font size=\"4\">5 O 38\/00<\/font><\/p>\n<p><font size=\"4\">verk&uuml;ndet am 13.06.2000<\/font><\/p>\n<p><center><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b><font size=\"5\">IM NAMEN DES VOLKES<\/font><\/b><\/p>\n<p><\/center><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In dem Verfahren<br \/>\n\t&nbsp;<\/p>\n<p><b>M. GmbH,<\/b><br \/>\n\tvertr. durch die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer N. und S., Berlin<\/p>\n<div align=\"right\"><b>&#8211; Kl&auml;gerin &#8211;<\/b><\/div>\n<p>Prozessbevollm&auml;chtigte: &#8230;, Berlin<\/p>\n<p><center><\/p>\n<p>gegen<br \/>\n\t\t&nbsp;<\/p>\n<p><\/center><\/p>\n<p><b>&#8230; Fu&szlig;ballclub, <\/b><i>(nachfolgend Verein)<\/i><\/p>\n<div align=\"right\"><b>&#8211; Beklagte &#8211;<\/b><\/div>\n<p>Prozessbevollm&auml;chtigte: Rechtsanw&auml;lte Posner &amp; Prenzel, 08523 Plauen<\/p>\n<p><center><\/p>\n<p>wegen Forderung<\/p>\n<p><\/center><\/p>\n<p>erl&auml;sst das Landgericht Zwickau &#8211; Au&szlig;enkammern Plauen, 5. Zivilkammer &#8211; durch Richter am Landgericht B. als Einzelrichter aufgrund der m&uuml;ndlichen Verhandlung vom 23.05.2000 folgendes<\/p>\n<p><center><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b><font size=\"5\">ENDURTEIL<\/font><\/b><\/p>\n<p><\/center><\/p>\n<p>1. Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<p>2. Die Kosten des Rechtsstreits hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<p>3. Das Urteil ist vorl&auml;ufig vollstreckbar. Die Kl&auml;gerin darf die Vollstreckung durch den Beklagten durch Sicherheitsleistung in H&ouml;he von 2.600,00 DM abwenden, wenn nicht der Beklagte vor der Vollstreckung Sicherheit in gleicher H&ouml;he leistet.<\/p>\n<p><center><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b><font size=\"5\">Tatbestand: <\/font><\/b><\/p>\n<p><\/center><\/p>\n<p>Die Kl&auml;gerin, die sich mit der Vermittlung von Fu&szlig;ballspielern befasst, behauptet, sie habe, vertreten durch ihren Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer S., mit dem Beklagten eine Provisionsvereinbarung bez&uuml;glich der Vermittlung des Fu&szlig;ballspielers Sch. geschlossen.<\/p>\n<p>Zwischen den Parteien ist unstreitig, dass der Beklagte am 08.04.1999 in einem Schreiben, welches die Bezeichnung &quot;Best&auml;tigung&quot; tr&auml;gt, erkl&auml;rte: &quot;Bei Zustandekommen des Vertrages zwischen Herrn Sch. und dem <i>Verein<\/i> zahlt der <i>Verein<\/i> einen Betrag von 25.000,00 DM (zzgl. MwSt.) an Herrn S.&quot;<\/p>\n<p>Herr S. verf&uuml;gt nicht &uuml;ber eine Erlaubnis des Arbeitsamts zur Spielervermittlung. Der Spieler Sch. wurde vermittelt; am 16.04.1999 kam ein Vertrag zwischen ihm und dem Beklagten zustande.<\/p>\n<p>Am 01.10.1999 trat Herr S. &quot;s&auml;mtliche Rechte aus der Vereinbarung mit dem <i>Verein<\/i> vom 08.04.1999&quot; an Herrn N. ab, welcher seinerseits diese Rechte am gleichen Tag an die Kl&auml;gerin abtrat.<\/p>\n<p>Die Kl&auml;gerin ist der Ansicht, zumindest aus abgetretenem Recht habe sie einen Provisionsanspruch gegen den Beklagten.<\/p>\n<p>Die Kl&auml;gerin beantragt,<\/p>\n<p>den Beklagten zu verurteilen, an sie 29.000,00 DM nebst 4 % Zinsen seit dem 20.11.1999 zu zahlen.<\/p>\n<ul><\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Beklagte beantragt,<\/p>\n<p>die Klage abzuweisen.<\/p>\n<ul><\/ul>\n<p>Er bestreitet die Existenz der Kl&auml;gerin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wegen des weiteren Vorbringens der Parteien wird auf ihren schrifts&auml;tzlichen Vortrag sowie auf die von ihnen zu den Akten gereichten Unterlagen Bezug genommen.<\/p>\n<p><center><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b><font size=\"5\">Entscheidungsgr&uuml;nde:<\/font><\/b><\/p>\n<p><\/center><\/p>\n<p>Die Klage ist unbegr&uuml;ndet.<\/p>\n<p>Der Kl&auml;gerin, die ihre Existenz durch Vorlage eines Handelsregisterauszugs des Amtsgerichts C. hinreichend nachgewiesen hat, steht kein eigener origin&auml;rer Anspruch gegen den Beklagten auf Zahlung der Provision zu.<\/p>\n<p>Sie behauptet, die Vereinbarung vom 08.04.1999 habe Herr S. als ihr Vertreter f&uuml;r sie abgeschlossen. In dieser Hinsicht ist die Kl&auml;gerin beweisf&auml;llig geblieben. Sie hat lediglich die genannte &quot;Best&auml;tigung&quot; vom 08.04.1999 vorgelegt. Dort ist jedoch als Vertragspartner des Beklagten Herr S. genannt. Umst&auml;nde, aus denen sich eine Stellvertretung durch Herrn S. ergeben k&ouml;nnten, sind nicht vorgetragen worden. Da es somit jedenfalls an der Offenkundigkeit einer Vertretung fehlt, ist der Vertrag nicht zwischen den Parteien, sondern zwischen dem Beklagten und Herrn S., welcher dementsprechend gem&auml;&szlig; &sect; 164 Abs. 2 BGB im eigenen Namen handelte, zustande gekommen.<\/p>\n<p>Die Kl&auml;gerin hat gegen den Beklagten auch keinen von Herrn S. (&uuml;ber Herrn N.) an sie abgetretenen Anspruch, da auch Herr S. im Hinblick auf die Vermittlung des Spielers Sch. nie Inhaber einer Forderung gegen den Beklagten war.<\/p>\n<p>Denn der zwischen dem Beklagten und Herrn S. am 08.04.1999 geschlossene Vertrag ist nach der Vorschrift des &sect; 297 Nr. 1 SGB III unwirksam. Nach dieser Regelung sind Vereinbarungen mit einem Vermittler unwirksam, soweit dieser nicht eine entsprechende Erlaubnis besitzt. Die Erlaubnispflicht folgt aus &sect; 291 Abs. 1 SGB III, wonach Arbeitsvermittlung durch eine nat&uuml;rliche Person, einen Vermittler, nur mit einer Erlaubnis zul&auml;ssig ist. Diese Vorschrift ist auch auf die Vermittlungst&auml;tigkeit f&uuml;r Berufssportler und Lizenzspieler anwendbar (vgl. auch Wertenbruch, NJW 1995, 223 m.w.N.). Eine derartige Erlaubnis, die gem&auml;&szlig; &sect; 294 Abs. 1 Satz 1 SGB III vom Landesarbeitsamt erteilt wird, hat Herr S. jedoch unstreitig nicht.<\/p>\n<p>Die Kl&auml;gerin hat gegen den Beklagten auch keinen von Herrn S. an sie abgetretenen Anspruch aus ungerechtfertigter Bereicherung. Unabh&auml;ngig von der Frage, was der Beklagte herauszugeben h&auml;tte bzw. welchen Wert er gem&auml;&szlig; &sect; 818 Abs. 2 BGB zu ersetzen h&auml;tte, ist ein Bereicherungsanspruch der Kl&auml;gerin jedenfalls nach der Regelung des &sect; 817 Satz 2 BGB ausgeschlossen. Denn Herr S. hat gegen das gesetzliche Verbot des &sect; 291 Abs. 1 SGB III versto&szlig;en. Der Umstand, dass dem Beklagten ein derartiger Versto&szlig; nicht zur Last f&auml;llt, f&uuml;hrt zu keinem anderen Ergebnis, da die Vorschrift des &sect; 817 Satz 2 BGB eine allgemeine Regel f&uuml;r alle Bereicherungsanspr&uuml;che bei Leistungskondiktion enth&auml;lt und auch dann eingreift, wenn nur dem Leistenden der Versto&szlig; zur Last f&auml;llt (BGH NJW-RR 1993, 1457).<\/p>\n<p>Die Kostenentscheidung beruht auf der Vorschrift des &sect; 91 Abs. 1 Satz 1 ZPO.<\/p>\n<p>Die Entscheidung &uuml;ber die vorl&auml;ufige Vollstreckbarkeit folgt aus den Regelungen der &sect;&sect; 708 Nr. 11, 711 ZPO.<\/p>\n<p><i>gez. B.<\/i><\/p>\n<p><font size=\"2\">Richter am Landgericht<\/font><\/p>\n<hr \/>\n<div align=\"center\">\n<h2><b>Anmerkungen:<\/b><\/h2>\n<\/div>\n<p>Der Beklagte verteidigte seinen Antrag auf Klageabweisung unter anderem noch mit dem Argument, dass zwar der Mitgesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Kl&auml;gerin und durchreichende Abtretungsempf&auml;nger N. lizenziert sei, der hier als Vermittler t&auml;tig gewordene Herr S. jedoch nicht &uuml;ber die hierf&uuml;r n&ouml;tige Lizenz der FIFA verf&uuml;ge. Das FIFA Reglement hierzu wurde auszugsweise beigereicht und Beweis dazu angetreten, dass weder der Deutsche Fu&szlig;ballbund (DFB), noch der hier ma&szlig;gebliche Nordostdeutsche Fu&szlig;ballverband (NOFV), von ihrer in dem FIFA Reglement einger&auml;umten Satzungskompetenz Gebrauch gemacht hatten.<\/p>\n<p>Hierauf kam es im Ergebnis jedoch nicht an, zumal das Landgericht &#8211; wohl zutreffend &#8211; die Auffassung vertrat, dass der Beklagte dann weiter Beweis daf&uuml;r h&auml;tte antreten m&uuml;ssen, dass sich Herr S. selbst auch diesem Verbandsrecht unterworfen habe, da es sich nicht um allgemeing&uuml;ltige Regelungen handele.<\/p>\n<p>Erfreuen k&ouml;nnen sich die Verantwortlichen in den Sportvereinen allemal an solchen Entscheidungen, helfen sie doch zumindest ein wenig dabei, die Dunkelzone zwischen seri&ouml;sen und unseri&ouml;sen Spielervermittlern, die oft mit, mit tats&auml;chlichem Arbeitsaufwand wohl kaum begr&uuml;ndbaren, Honorarforderungen aufwarten, zu lichten.<\/p>\n<p>Um diese Zunft vor generellem Mi&szlig;kredit durch einige wenige (oder doch viele?) schwarze Schafe zu sch&uuml;tzen, sollten sich jedoch gerade die lizenzierten Vermittler, die hierf&uuml;r nicht zuletzt viel Geld hinterlegen mu&szlig;ten, in die Pflicht genommen sehen, dem oft unkontrollierten Treiben ein Ende zu machen.<br \/>\n\tDie Vereine, die sich zum Teil in dem Zwang sehen (so auch hier), unterschreiben zu m&uuml;ssen, um auf einem manchmal sehr engen Markt den gew&uuml;nschten Sportler zu bekommen, k&ouml;nnen diese Aufgabe kaum leisten.<br \/>\n\tDie FIFA-Regelung, dass der Lizenzierte selbst zu handeln hat, hat ihren Grund. Umso unverst&auml;ndlicher war es in diesem Fall, dass sich in den Versuch, diese Forderung beizutreiben, ein lizenzierter Vermittler nachtr&auml;glich einklinkte.<\/p>\n<p>Plauen im Juli 2000<\/p>\n<p><strong>Nachtrag:<\/strong><\/p>\n<p>Die gesetzlichen Regelungen wurden inzwischen ge&auml;ndert. Auf die derzeitige Rechtslage sind die Gr&uuml;nde der Entscheidung daher nicht mehr zu &uuml;bertragen..<\/p>\n<p>Plauen im September 2010<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Provisionsforderung eines Spielervermittlers &nbsp; Mail an den Sachbearbeiter: RA H. Posner &nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Landgericht Zwickau Au&szlig;enkammern Plauen &nbsp; 5 O 38\/00 verk&uuml;ndet am 13.06.2000 &nbsp; IM NAMEN DES VOLKES &nbsp; In dem Verfahren &nbsp; M. 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