{"id":216,"date":"2010-06-26T13:14:59","date_gmt":"2010-06-26T11:14:59","guid":{"rendered":"http:\/\/rechtsanwaltskanzlei-plauen.de\/?page_id=216"},"modified":"2013-08-13T16:48:28","modified_gmt":"2013-08-13T14:48:28","slug":"betaubungsmittel-btmg-3","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/rechtsanwaltskanzlei-plauen.de\/?page_id=216","title":{"rendered":"Bet\u00e4ubungsmittel \u2013 BtMG 3"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: medium;\"><strong>Bet&auml;ubungsmittelgesetz &#8211; Feststellungen zur Wirkstoffmenge<img decoding=\"async\" alt=\"\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/rechtsanwaltskanzlei-plauen.de\/img\/posner-ae1b.jpg\" style=\"width: 120px; height: 180px; float: right;\" title=\"RA Posner\" \/><\/strong><\/span><\/p>\n<p>Mail hierzu an den Sachbearbeiter: <a href=\"mailto:RA.Posner@Strafverteidiger-Plauen.de?subject=HP-Entscheidung%20zum%20BtMG-Wirkstoffmenge\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" border=\"0\" height=\"10\" src=\"..\/..\/alte-version\/mail.gif\" width=\"15\" \/> <em>RA H. Posner<\/em><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<h3><span style=\"text-decoration: underline;\">4 St RR 110\/2002<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">&nbsp;<\/p>\n<div style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" border=\"0\" height=\"94\" src=\"..\/..\/alte-version\/img\/BayWapp.gif\" width=\"158\" \/><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: large;\">Bayerisches Oberstes Landesgericht<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"font-size: xx-large;\">BESCHLUSS<\/span><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Der 4. Strafsenat des Bayerischen Obersten Landesgerichts hat unter Mitwirkung der Richter am<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Bayerischen Obersten Landesgericht Steiner, Kaiser und Gold<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">am 17. Oktober 2002<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">in dem Strafverfahren<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">gegen<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">H.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Verteidiger: RA Herbert Posner, Plauen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">wegen<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">unerlaubten Erwerbs von Bet&auml;ubungsmitteln<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">b e s c h l o s s e n :<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol type=\"I\">\n<li><strong>Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Hof vom 9. August 2002 mit den <\/strong><strong>Feststellungen aufgehoben.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Die Sache wird zu neuer Verhandlung und Entscheidung an eine andere Strafkammer des Landgerichts Hof zur&uuml;ckverwiesen.<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">G r &uuml; n d e <\/span>:<\/strong><\/p>\n<p><strong>I.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit der Revision, die wiederum auf die Frage der Strafaussetzung zur Bew&auml;hrung beschr&auml;nkt wurde, r&uuml;gt der Angeklagte die Verletzung des materiellen Rechts.<\/p>\n<ul>\n<li>Das Amtsgericht Hof verurteilte den Angeklagten am 6.5.2002 wegen unerlaubten Erwerbs von Bet&auml;ubungsmitteln zur Freiheitsstrafe von drei Monaten. Die Berufung des Angeklagten, die dieser auf die Frage der Strafaussetzung zur Bew&auml;hrung beschr&auml;nkt hatte, verwarf das Landgericht Hof am 9.8.2002 als unbegr&uuml;ndet.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>II.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>1.<\/strong> Die Beschr&auml;nkung der Revision auf die Frage der Strafaussetzung zur Bew&auml;hrung ist allerdings unwirksam. Die Feststellungen des angegriffenen Urteils weisen n&auml;mlich, wie sich im folgenden ergibt, so weitgehende L&uuml;cken auf, da&szlig; sich der Umfang der Schuld des Angeklagten nicht in dem zur &Uuml;berpr&uuml;fung des Strafausspruchs notwendigen Ma&szlig;e bestimmen l&auml;&szlig;t und die sonst in der Regel gegebene Trennbarkeit zwischen Schuld- und Strafausspruch ausnahmsweise zu verneinen ist (vgl. BGHSt 33, 59; BayObLGSt 1994, 253\/254).<\/p>\n<p>Das gleiche gilt f&uuml;r die vom Angeklagten erkl&auml;rte Beschr&auml;nkung der Berufung auf die Frage der Strafaussetzung zur Bew&auml;hrung.<\/p>\n<p><strong>1.1<\/strong> Amtsgericht und Landgericht haben insoweit, letzteres unbeschadet der Berufungsbeschr&auml;nkung, jeweils festgestellt, da&szlig; der Angeklagte am 9.10.2001 in Frankfurt a. Main zwei P&auml;ckchen Heroin zum Preis von 50 DM erworben und diese anschlie&szlig;end teilweise konsumiert hat. Am 11.10.2001 wurden bei dem Angeklagten noch 0,25 Gramm Heroin sichergestellt (EU und BU jeweils S. 6).<\/p>\n<p><strong>1.2<\/strong> Diese Feststellungen bilden wegen ihrer L&uuml;ckenhaftigkeit keine tragf&auml;hige Grundlage f&uuml;r die Beurteilung der Rechtsfolgen und damit auch f&uuml;r die Frage der Strafaussetzung zur Bew&auml;hrung. Sie lassen n&auml;mlich den objektiven Unrechtsgehalt der Tat, der die Grundlage jeglicher Strafbemessung bildet, nicht ausreichend erkennen. Aus den Feststellungen geht nicht hervor, welches Gewicht das vom Angeklagten erworbene Rauschgift aufgewiesen und welche bet&auml;ubungsmittelrelevanten Wirkstoffmengen sich darin befunden haben (vgl. hierzu BayObLGSt 1997, 95\/96; 1999, 99\/100 jeweils m.w.N.). Damit bleibt offen, wieviele Konsumeinheiten aus dem Rauschgift gewonnen werden konnten. Insoweit hat der Tatrichter aber entweder konkrete Feststellungen zum Gewicht des Rauschgifts und zu dessen Wirkstoffgehalt zu treffen oder von der f&uuml;r den Angeklagten jeweils g&uuml;nstigsten Gewichtsmenge und Qualit&auml;t auszugehen, die nach den Umst&auml;nden in Betracht kommt. Ist eine exakte Festlegung nicht m&ouml;glich, so mu&szlig; er unter Ber&uuml;cksichtigung anderer hinreichend sicher feststellbarer Tatumst&auml;nde und letztlich in Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo feststellen, von welcher Gesamtmenge an bet&auml;ubungsmittelrelevanten Wirkstoffen auszugehen ist.<\/p>\n<p>Amtsgericht und Landgericht haben das nicht ber&uuml;cksichtigt, so da&szlig; nicht feststeht, welche Mindestanzahl an Konsumportionen aus der vom Angeklagten erworbenen Rauschgiftmenge gewonnen werden konnte. Hinzu kommt noch, da&szlig; das Landgericht auch keine Feststellungen dazu getroffen hat, ob der Angeklagte das sichergestellte Rauschgift urspr&uuml;nglich selbst verbrauchen oder weitergeben wollte. Auch dieser Umstand ist f&uuml;r die Gewichtung der Straftat von Bedeutung. Angesichts der fehlenden Feststellungen war sowohl die Beschr&auml;nkung der Berufung wie auch die Beschr&auml;nkung der Revision unwirksam.<\/p>\n<p><strong>2.<\/strong> Der Umstand, da&szlig; der Angeklagte mit der Revision ausschlie&szlig;lich die Frage der Strafaussetzung angreift, l&auml;&szlig;t das Fehlen der Feststellungen zum Schuldumfang nicht als entbehrlich erscheinen. Dies entspricht der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Senats (vgl. etwa BayObLGSt 1999, 105\/106-107; Urteil v. 26.3.2002 &ndash; 4St RR 22\/2002).<\/p>\n<p><strong>3.<\/strong> Die unwirksame und damit unbeachtliche Revisionsbeschr&auml;nkung f&uuml;hrt zur sachlich-rechtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung des angegriffenen Urteils in vollem Umfang (Kleinknecht\/Meyer-Go&szlig;ner StPO 45. Aufl. &sect; 344 Rn. 7 c). Diese &Uuml;berpr&uuml;fung zeigt die L&uuml;ckenhaftigkeit der vom Landgericht zum Schuldspruch getroffenen Feststellungen im oben dargelegten Umfang auf. Nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Senats (vgl. zuletzt Beschlu&szlig; v. 12.6.2002 &ndash; 4St RR 58\/2002) f&uuml;hrt das zur Aufhebung der Schuldfeststellungen in ihrer Gesamtheit.<\/p>\n<ul>\n<li>Die Revision ist zul&auml;ssig (&sect;&sect; 333, 341 Abs. 1, &sect;&sect; 344, 345 StPO) und begr&uuml;ndet.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>III.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Entscheidung ergeht durch einstimmig gefa&szlig;ten Beschlu&szlig; (&sect; 349 Abs. 4 StPO) und entspricht dem Antrag der Staatsanwaltschaft beim Revisionsgericht.<\/p>\n<ul>\n<li>Wegen der aufgezeigten M&auml;ngel (&sect; 337 StPO) wird das angefochtene Urteil daher mit den Feststellungen aufgehoben (&sect; 353 StPO). Die Sache wird zu neuer Verhandlung und Entscheidung an eine andere Strafkammer des Landgerichts Hof zur&uuml;ckverwiesen, die auch &uuml;ber die Kosten der Revision zu entscheiden haben wird (&sect; 354 Abs. 2 StPO).<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bet&auml;ubungsmittelgesetz &#8211; Feststellungen zur Wirkstoffmenge Mail hierzu an den Sachbearbeiter: RA H. Posner 4 St RR 110\/2002 &nbsp; &nbsp; Bayerisches Oberstes Landesgericht BESCHLUSS &nbsp; Der 4. 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